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[mögliche Autoren:
Koprator Korbinian Thalmaier oder Coadjutor Ludwig Küffner]
Gabler Engelbert
Feldzugssoldat, Huberbauerssohn von Garscham,
18. Res. Inf. Rgmt. 1. Kompagnie; gefallen
bei Landersbach in Nordfrankr. am 21. Aug.
1915, begraben im Militärfriedhof bei
Landersbach, 23 Jahre alt
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ANDÄCHTIGE TRAUERVERSAMMLUNG!
Vor wenigen Tagen kam Trauer und
Sorge auch hinein in ein stilles Haus zu einer
ruhigen Witwe, welche vier Söhne hinaus schicken
mußte in das grausige Schlachtfeld.
Es kam vom Krieg herein die Kunde, daß ein
Sohn dieser Witwe den Gefahren des Krieges zum Op-
fer fiel. Der Hauptmann der Kompagnie, bei wel-
cher Engelbert Gabler stand, meldete selbst:
"Ich muß Ihnen leider die traurige Mittei-
lung machen, daß ihr Sohn Engelbert Gabler am
21. Aug. bei Landersbach(Nordfrankr.) den Heldentod
für's Vaterland gestorben ist. Selber liegt im Mi-
litärfriedhof in der Nähe von Landersbach beerdigt.
Die Kompagnie verliert an ihm einen braven,
pflichttreuen Kameraden. -Ehret seinem Andenken"
(gez. Walter, Hauptmann u. Kompagnie Chef)
Diesen Worten war beigefügt:
"Er ist gefallen am 21. Aug. Nachts 12:15 durch einen
Bauchschuß." zwei volle Jahre, ehe der Krieg ausgebrochen
war, hatte er beim Militär gedient. Nun zog er heim
mit dem süßen Gefühle treuer Pflichterfüllung,-
aber schon bald rief ihn sein Kaiser u. sein König
auf das Schlachtfeld zum Kampfe gegen die Feinde des
deutschen Reiches.
In seiner Heimat fühlte er sich so glücklich bei
seiner Mutter u. seinen Geschwistern u. den herkomm-
lichen händischen Arbeiten, aber eine gewisse Trau-
rigkeit u. Angst befiel ihn bei dem Gedanken der
abermaligen Trennung von seinen lb. Angehörigen,
aber er wußte es auch - da gibt es kein Zögern,
da hilft kein Weinen u. Klagen, u. alsbald
munterte er sich auf, u. frisch u. wohlgemut brach
er auf in Eile zu seinem Rgmt. zu gelangen. Als
braver Soldat bekam er Urlaub u. diese Zeit des
Urlaubs benutzte er zu einer wahrhaft christli-
chen Vorbereitung auf die Gefahren des Krieges.
Er hatte hier in der Pfarrkirche gebeichtet, kommuni-
ziert u. gebetet, so viel die Zeit es ihm gestattete -
war er ja jederzeit dem frommen Gebete
ergeben - dann besuchte er den Friedhof als
guter Sohn das Grab seines längst verstorbenen
Vaters, auch von ihm Abschied zu nehmen und
den Segen desselben sich zu erflehen. Und nun -
was wird die Mutter des Verstorbenen sagen?
Sie hat nun einen Sohn verloren u. hat noch
3 Söhne im Felde stehen. - Was wird Gott der
Herr über sie verfügen, werden sie wieder
zurückkehren oder werden auch sie im Felde fallen?
Gestern hörten wir das Evangelium vom
Jüngling zu Naim. Als Jesus an das Städtlein
Naim kam, erzählt das hl. Evangelium, siehe, da
trug man einen Toten hinaus, den einzigen
Sohn seiner Mutter, die eine Witwe war, u. der
Herr wurde von Mitleid berührt, tröstete sie
u. sprach: Weine nicht! u. erweckte den
Jüngling vom Tode u. gab den wieder zum
Leben zurückgerufenen seiner Mutter zurück.-
Wenn auch in unserem Sterbefalle der
Tote nicht mehr zum Leben zurückkehrt, so
wissen wir doch, daß unser Verstorbener wieder
auferstehen wird,-
war er ja immer ein treuer Sohn der hl.
Kirche, der jederzeit die Pflichten eines guten
Christen erfüllte, ein gehorsamer Sohn seiner
Mutter, der er in Willigkeit alle Wünsche
erfüllte, die er den Augen derselben absah -
der ruhig u. friedlich unter den Menschen
wandelte - ein Soldat aber auch, treu bis in
den Tod, dem jetzt der Himmel offen steht, -
denn nach dem unvergleichlichen Tode für die
Religion gibt es nichts verdienstlicheres mehr als
den Tod für das Vaterland u. die Brüder.
Es gibt ein Bild, das eine schöne Szene
vorstellt aus der Kriegszeit.- da liegt im Walde
ein zerschossener Soldat. Es ist finstere Nacht;
kein Sternlein scheint hell herum, doch der Tod
findet seinen Weg auch im Dunkeln.-Und der
Krieger fühlt des Todes Nahen, denn die heiße
Wunde an der Stirn brennt nicht mehr, es
wird ihm wohler, immer leichter-leichter-
da faltet er die Hände zum letzten Gebet,
zu Christus, der für ihn litt und starb, gehen
alle seine Gedanken.- Und mit einem Male
wird es Licht im Walde - weit tun sich die
Augen des sterbenden Kriegers auf. - Er sieht
eine weiße Erscheinung: das ist Christus, der
niederschwebt, im weißen Gewand, den Dornen-
kranz seines Leidens im Haar und unendlich
mild neigt sich Christus zu ihm u. der Krieger
vernimmt die liebevollen Worte seines Erlösers:
"Weil du getreu warst, bis in den Tod, will ich dir
die Krone des Lebens geben."
Dies ist der Tod unserer gläubigen Soldaten,
der Helden der Pflicht u. der Gottesliebe.- Viel ist
was sie verlieren, ungleich mehr ist, was sie
gewinnen. Das Himmelreich ist ihr Lohn!
Wolle das den Angehörigen des selig Verstorbenen
zum Troste sein! Wollen aber auch wir ein
Erdenleben führen im treuen Dienste unseres
Herrn, dann wird uns auch zu Teil, wozu er uns
berufen hat: der Himmel, die ewige Seligkeit!
Amen.
R.I.P.
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