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FRANZ BREITENLOHNER
Am 16. Juli dieses Jahres [1918] fiel den Helden-
tod für das Vaterland der Jüngling,
Infanterist Franz Breitenlohner, Breiten-
loher-Sohn von Holzhsn., von einer feindl.
Granate auf den Schlachtfeldern Frank-
reichs getroffen, in einem Alter v. 19 Jahren.
Für ihn finden dahier heute am
Samstage 24. Aug. um 9U. die hl. Seelengottesdienste
mit Vigil-Requiem- Beimesse- Lobamt
u. Libera in der Kirche statt, wozu Freunde u.
Bekannte, sowie die Kriegskameraden, der Vete-
ranen- u. Kriegerverein, u. auch die freiw.
Feuerwehr zum Kirchgang geladen werden.
Man bittet für den Toten um 2. V. U.
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Ein hl. Rosenkranz für den Verstorb. hat schon am
Sonntag 18. Aug. um 2U. nachmittags in der Pfarrkirche
stattgefunden___ u. am Montag 26. Aug. um 8U.
findet für den Verstorb. das Allers. Bruderschfts. Amt
mit dem Bittenrosenkrz. statt,- u. auch vorher, 1/2 8U.
wird ein hl. Amt für denselben gehalten.
ANDÄCHTIGE TRAUERVERSAMMLUNG!
Am 16. Juli dieses Jahres fiel den
Heldentod für das Vaterland der Jüngling
Infanterist FRANZ BREITENLOHNER, Breiten[loher]-
sohn von Holzhausen, von einer feindlichen
Granate auf den Schlachtfeldern Frank-
reichs getroffen, in einem Alter von 19 Jahren.
Ein Brustschuß machte seinem jungen
hoffnungsvollen Leben ein jähes Ende. Es
bereitete seinen tieftrauernden Eltern und
den Angehörigen bittern Schmerz.
Wir sind heute, wie schon oftmals
hier in der Kirche versammelt, um dem
gefallenen Helden die letzte Ehre zu er-
weisen, um seine lieben Angehörigen durch
unsere aufrichtige Teilnahme zu trösten und
dem Gefallenen Helden in die Ewigkeit nachzurufen:
"O Herr, gib ihm die ewige Ruhe und
das ewige Licht leuchte ihm!" denn hier ist nicht
sein Kriegergrab, auch nicht auf unserem stillen
Friedhof, sondern ferne von hier, draußen auf
dem Schlachtfelde, u. nach dorthin rufen wir:
"O Herr gib ihm die ewige Ruhe!" dorthin senden
wir unsere Gebete, dorthin in das Land der
Ewigkeit rufen wir Gnade u. Segen über ihn herab!
Ein Offiziers-Stellvertreter hat den Verstorb.
einen schönen Nachruf gewidmet mit folgenden
Worten:"In ihm verliert die Kompagnie einen
ebenso schneidigen wie pflichtbraven Kameraden,
der sich durch seine lauteren Eigenschaften Achtung
u. Wertschätzung bei Vorgesetzten wie Kameraden
erworben hat. Sein Tod wird von Allen auf's
tiefste betrauert." - u. dazu setzt an: "die
Kampflage gestattet bisher eine Beerdigung
nicht, es wird jedoch später, nach der Beerdigg.
der irdischen Reste Näheres über die letzte Ruhe-
stätte zugeteilt"; u. weiter: "Namens der
gesamten Kompagnie, in deren Andenken der
Verstorb. fortleben wird, spreche ich Ihnen mein
herzlichstes Beileid aus."
(I. Soldaten Sühne)
Seit demjenigen denkwürdigen Tage, an
dem unser Herr in namenlosen Schmerzen des
Leibes u. der Seele am Kreuze starb, ist auch das
Soldatenleid das Sinnbild alles menschlichen
Leids geworden, u. wir reden gar oft
von einem schweren u. harten Kreuz.
Und der Kriegerkranz auf dem Kriegergrab- was meldet es
uns? Was anders als die Schmerzen all, die
unser Held für Gott, u. Kaiser u. Vaterland er-
duldet hat? Er erinnert an seinen schmerzlichen
Abschied von Heimat und Eltern, von Geschwistern
u. Freunden, als ihn der Kaiser zu den
Waffen rief. - Er erinnert an das bittere
Heimweh, das sein Herz erfaßte, wenn
er in stillen Stunden der Nacht im Felde
auf Posten stand. - Er erinnert an die furchtbaren
Strapazen der langen Märsche, wo oft
vor Mattigkeit, Hunger u. Durst die Soldaten
fast zusammenbrechen wollten.-Er erinnert
an die Tage u. Nächte, die unser Soldat in
den Schützengräben, zitternd vor Ermüdung,
Nässe u. Kälte zugebracht hat;-es erinnert
an die Schrecken des blutigen Kampfes, den er
mitgemacht hat, an das tödliche Blei, das ihn
Mitten in die Brust getroffen, an die blutige Stätte,
wo er sein junges Leben aushauchte, an die
Stätte, wo er mit seinen toten Kameraden ruht
auf fremder Erde.-An all das will uns der
Kranz am Kriegergrabe erinnern, u. diese
Erinnerungen wollen wir festhalten unser ganzes
Leben,-u. dankbar wollen wir sein u. bleiben,
wenn auch uns solches Leid trifft- denn es war ja
auch für uns, für unser Volk, für unsere Heimat,
für Gott, Kaiser u. Vaterland.
(II. Soldaten Ehre)
Bis zur Todesstunde des Herrn galt das
Kreuz als Zeichen größter Schmach u. Schande.
Heißt ja das Wort:"Verflucht wer am Kreuze
hängt". Von da an aber wurd es zum
Gegenstand höchster Ehre.- Nun glänzt es auf
unseren Türmen u. Altären, grüßt von den
Höhen unserer Berge, schmückt unsere Wohnun-
gen u. wird von allen hochverehrt. So ging
das Wort des Herrn in Erfüllung:"Wenn ich erlöst
sein werde, so werde ich alles an mich ziehen."
Aber nicht ein Gegenstand, immer auch ein Sinnbild
hoher Ehre ist das Kreuz geworden, ganz besonders für
die Soldaten,- Eine der höchsten militärischen Aus-
zeichnungen ist das Kreuz, den tapferen Soldaten
wird es an die Brust geheftet.-Und wenn
Soldaten ihre gefallenen Kameraden auf dem
Schlachtfelde bestatten, so errichten sie auf dem
Kriegergrabe als Zeichen der Ehre für die
lieben Toten ein Kreuz.-die Ehrengräber
für gefallene Krieger schmückt das Kreuz, und
im Augenblick, als unserem Helden das Kreuz
auf dem heimatlichen Friedhof gesteckt wurde, erdröhnten
für ihn auch die militärischen Gewehr-Salven.
Auf dem Kriegerdenkmal aber zu Füßen des
Kreuzes wird sein Name in hohen Ehren stehen
noch bei den spätesten Geschlechtern: Und wenn
dann das Zeichen des Menschensohnes, das Kreuz,
als Erinnerungszeichen für eine hohe Zeit auf
dem Grabe steht, dann wird es, so hoffen wir,
auch dem Krieger entgegenglänzen als Zeichen
ewiger, himmlischer Ehre, und auch er kann mit
anderen Gefallenen sagen, wie wir es schon
oft bei den Kriegergottesdiensten gehört haben:
"Auch mir ist die Krone der Gerechtigkeit
hinterlegt, welche mir der Herr, der gerechte
Richter geben wird an jenem Tage, ich habe
den Glauben bewahrt, nach ihm habe ich gelebt
für ihn habe ich gestritten, in ihm bin ich gestorben.
Das sei unser u. euer Trost, Vater, Mutter,
Bruder des teuren gefallenen Helden; auf-
wärts Herz u. Auge zum Himmel, von wo her
Euer Heldensohn triumphierend euch entgegen-
ruft:"Weinet nicht über mich, denn ich
habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf
vollendet, den Glauben bewahrt; im übrigen
ist mir die Krone der Gerechtigkeit hinterlegt,
welche mir an jenem Tage geben wird der
Herr, der gerechte Richter!"
Sollte aber die Seele des Dahingeschiedenen
noch der Läuterung bedürfen, so wollen wir
bei den heil. Seelengottesdiensten
in Andacht unsere Hände falten und dem
Verstorbenen zu Hilfe kommen durch ein wahr-
haft herzliches u. frommes Gebet!
AMEN!
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