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[Autor:
Pfarrer Georg Binder]
GABLER LUDWIG
Auf dem Felde der Ehre fiel der tugendreiche Jüngling
Unteroffizier Ludwig Gabler, Huberbauern-
sohn von Garscham, welcher am 24. März
dieses Jahres [1918] durch einen Granatschuß mit
mehreren Kameraden dem Tode zum Opfer
fiel; er starb den Heldentod für das Vater-
land in einem Alter von 27. Jahren.
Er hatte sich das Verdienstkreuz mit Krone
u. Schwert, sowie das eiserne Kreuz und den
Verdienstorden III. Klasse erworben.
Seine Leiche wurde in Frankreich ferne von
seiner Heimat begraben;- und dahier finden
nun die hl. Seelengottdst. statt mit Vig.-Requiem-Beimsse.
u. Libera in der Kirche, wozu Freunde u. Bekannte,
der Veteranen- u. Kriegerv., sowie die Kriegskameraden
u. die freiwill. Feuerwehr um den Kirchgg. gebeten werden.
(Er wurde das 2te Kriegsopfer.) Man bittet u. 2 V. [Vater Unser]
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Am vergangenen Sonntag fand der hl. Rosenkranz f.d. Verstorbenen statt.
Später wird das Bruderschaftsamt mit dem Bittenrosenkranz verkündet.
Er mußte vom aktiven Militärdienst weg
zum Krieg einrücken, u. hat 6 Jahre gedient.
ANDÄCHTIGE TRAUERVERSAMMLUNG
Schon wieder haben wir uns hier ver-
sammelt, um einem gefallenen Helden die
letzte Ehre zu erweisen, einem jungen Man-
ne der im schönsten Lebensalter fast plötzlich
u. unerwartet dahin geschieden ist.
Wohl hat auch er gehofft, daß er bald
wieder gesund u. wohlgemut zurückkehren
werde in seine Heimat, in sein Vaterland,-
aber Gott der Herr hat es anders
gefügt; durch einen Granatschuß trifft
ihn der Feind; leblos u. lautlos sinkt
sein Leib zur Erde und seine Seele steht
vor dem Richterstuhl Gottes des Herrn.
Dieser traurige Fall bringt uns wieder
einmal so recht lebhaft das ernste Wort
des Herrn in Erinnerung, welches lautet:
"Seid bereit; denn zu einer Stunde, wo ihr
es nicht erwartet, wird der Menschensohn kommen."
Der Dahingeschiedene ist der tugendreiche
Jüngling Unteroffizier Ludwig Gabler,
welcher am 24. März dieses Jahres dem Tode zum
Opfer fiel in einem Alter von 27 Jahren, nachdem
vorher schon ein Bruder des Hauses dem Tode
verfallen war, als 2tes Kriegsopfer.
Er hatte sich das Verdienstkreuz mit Krone
u. Schwert, sowie das eiserne Kreuz und den
Verdienstorden III- Klasse erworben.
Ein Leutnant seiner Kompanie spricht sich in einem Briefe
in militärischer Kürze in folgender Weise aus:
"Er fiel mit mehreren Kameraden den Heldentod.
Seit Kriegsbeginn bei der Kompanie im Felde
war er mir stets ein lieber tapferer Soldat u.
ein braver Kamerad gewesen. Leider hat ihn
nun im Entscheidunskampf gegen den ärgsten
Feind das tödliche Blei getroffen;- Tapfer wie
er gelebt, ist er auch gestorben; wir alle wer-
den ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Möge auch Gott bei diesem schmerzlichen Verluste
trösten."
Und wir fügen diese Worte bei:"Möge sich ihm bald
erschließen das friedensselige Licht des ewigen
Lebens. Seine Beerdigung fand in Frankreich
statt - ferne vom Vaterland u. seiner Heimat,
und da erwartet auch er mit vielen
anderen das Leben der himmlischen Seligkeit, und
mit Zuversicht können wir hoffen, daß auch
er trotz seines so plötzlichen u. unerwarteten Todes
gut vorbereitet war zum Sterben. Er hat es ja sein Lebtag ernst
genommen mit dem heiligen Glauben Gottes;
er war ein braver Sohn, ein lieber Bruder,
ein treuer Diener, ein fleißiger Arbeiter.
Solchen aber gilt die Verheißung vom Berge
Sinai: du sollst Vater u. Mutter ehren, auf daß
es dir lange wohlgehe und daß du lange lebest auf
Erden. Denn dieses Wohlergehen nach langem
Leben kann sich nur auf [die] Todesstunde beziehen;
denn wie könnte man bei einem Menschen
auch nur vom Wohlergehen reden, wenn er un-
glücklich gestorben u. verworfen worden wäre.
Das lange Leben wurde unserem Helden leider
nicht zu Teil, also wird ihm um so sicherer das
Wohlergehen der Todesstunde, als der Lohn
für treue Beobachtung des 4ten Gebotes beschieden.
Übrigens ging unser lieber Mitbruder nicht
ins Feld, ohne vorher seine Rechnung mit Gott
durch würdigen Empfang der hl. Sakr. gemacht zu
haben.- Wir dürfen sicher annehmen, daß er
am Todestage noch eine vollkommene Reue erweckt
und die Generalabsolution vor dem Beginn der
Schlacht empfangen hat.- Der Tod traf ihn
schnell, aber nicht unvorbereitet.
Nun frage dich, wie stehts mit dir, mein Frd, u. Kamerad
bist auch du bereit,- Jetzt in diesem Augenblick? Bist
du gegenwärtig im Stande der heiligmachd. Gnade?
Hast du keine Todsünde auf dem Gewissen? Gib dir
selbst die Antwort, aber aufrichtig, ehrlich und redlich!
Getrautest du dir auf der Stelle gerade so,
wie du jetzt bist, vor Gottes Richterstuhl zu treten?
- Zwar kann niemand mit absoluter Sicherheit
sagen, ob er der Liebe oder des Hasses Gottes
würdig ist; wenn dich aber dein Gewissen
keiner schweren Sünde verklagt, so darfst du das
Bessere hoffen. Verbleibe dann in diesem Stande
u. fliehe die Sünde u. die nächste Gefahr u. Gelegenheit
u. denke: "Was nützt es dem Menschen wenn
er die ganze Welt gewinnt aber an seiner
Seele Schaden leidet.- Sage nicht: "Noch ist es Zeit,
ich werde mich schon bekehren, wenn ein-
mal der Tod sich bei mir meldet." denn wisse,
"zu einer Stunde, wenn wir es nicht erwarten,
wird der Menschensohn kommen." Das hat unser
Held erfahren,- das werden dann auch wir
alle an uns selbst erfahren.
Und nicht blos ein braver Sohn seiner Mutter
war [er], er war auch ein tapferer Held. Das be-
weisen die Auszeichnungen, die er erhalten hat,
das beweist, daß er eine ziemliche Reihe von
Jahren beim Heere diente, denn als der Krieg aus-
brach, war er schon 2. Jahre beim Regimente, u. mußte
förmlich alsbald in den Krieg hinaus u. dort
verweilen bis zu seinem Tode. Und wenn er ab u. zu
hierher kam, um Mutter u. Schwestern zu besuchen,
so waren das immer gute u. notwendige Ruhe-
tage, aber auch mit Gewissenhaftig-
keit folgte er immer dem Rufe seines Regiments.
Der Abschied war ja gewiß immer schwer
u. wird es also bei allen sein, die wieder ein-
rücken müssen, aber als Held, der auf den Sieg
hofft, verschmerzte er bald die Trennung von
den teuren Hinterbliebenen, u. dachte sicher nicht
daran, daß sein Grab auf den Schlachtfeldern
Frankreichs gegraben werde, daß er so jung
u. so plötzlich sein Leben lassen müsse.- Im Gegen-
teil, er rief beim Abschied seinen Eltern u. Ge-
schwistern zu: "Lebet wohl, auf Wiedersehen bei
der siegreichen Heimkehr!"- Und wenn er auch
damals mit der Möglichkeit des Heldentodes
rechnen mußte,- an einen so plötzlichen Tod dachte
er doch sicher nicht! Wahrlich nicht: ihn rief
der Herr zu einer Stunde, wo er es nicht erwartete.
Soll uns dies traurig stimmen; sollen wir
weinen, wie diejenigen, die keine Hoffnung haben?
O nein! einen guten Trost hat der liebe Verstor-
bene seinen Angehörigen zurückgelassen:
Am 16. März dieses Jahres schrieb derselbe nach
Hause: "Liebste Mutter u. Schwestern: Es geht
mir noch gut, was ich auch von euch
allen hoffe; daß ich am Sonntag gebeichtet
habe, wird für euch eine Freude sein! und
wenige Wochen später war er tot!
Sein Tod war ehrenvoll; wer in Ehren
stirbt, der bleibt in Ehren für immer; denn einen
ehrenvolleren Tod gibt es nicht, als den
auf dem Feld der Ehre, für's Vaterland! Und
dieser ehrenvolle Tod ward unserem braven
Soldaten zuteil u. sein Name wird fortleben
bis in die fernsten Zeiten. - Und den Hinter-
bliebenen möchte ich noch zum Troste sagen; Gottes
hl. Wille [Wille] war es, daß es also geschah u. er der liebe Gott
- er meint es immer mit uns gut. Kein Haar fällt von
unserem Haupte ohne Gottes Wille, u. wenn er für die
Vögel in der Luft u. die Blumen auf dem Felde sorgt, u. in
aller Pracht sie kleidet, um wie viel mehr wird er für die
Menschen sorgen.- Und wenn auch die Trennung schmerzlich empfunden
wird, so dauert sie nicht ewig; es kommt der Tag, der sie wieder
vereint für die ganze glückselige Ewigkeit.-
AMEN!
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