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[Autor: Pfarrer Georg Binder]
NEUHAUSER FRANZ
Den Heldentod für das Vaterland starb
am 28. Mai 1918 bei Courcelles-le-Comte der
tugendsame Jüngling Franz Neuhauser,
Jaklsohn von Scherzhausen, Gefreiter beim
7. Inf. Rgmt. 3. Komp. im Alter von 28 Jahren,
ausgezeichnet mit dem Militärverdienstkreuz
u. mit dem eisernen Kreuz.
Für denselben finden heute dahier,
am 17. Juni nach neuer Zeit, die hl. Seelen-
Gottdste. statt mit Vig. Requiem, Beimesse, Lob-
amt u. Libera in der Kirche, wozu Freunde u.
Bekannte, sowie die Veteranen- u. Krieger
u. die freiwill. Feuerwehr zum Kirchgang gebeten w.
Man bittet f.d. Verst. um 2 V.U.
Das Allers. Brdschftsamt mit dem Bittenrosenkranz
findet am 24. Juni nach neuer Zeit statt, um 8U, und
auch vorher wird ein hl. Amt f.d. Verstorbenen gehalten.
Auch fand gestern um 2U nachm. ein Rosenkrz. statt.
ANDÄCHTIGE TRAUERVERSAMMLUNG!
Schon wieder haben wir uns hier ver-
sammelt, um einen gefallenen Helden die letzte
Ehre zu erweisen, einem jungen Mann, der im
schönsten Lebensalter fast plötzlich u. unerwar-
tet aus diesem Erdenleben dahingeschieden ist.
Es ist das der tugendsame Jüngling FRANZ
NEUHAUSER, Jaklsohn von Scherzhausen, Ge-
freiter beim 7. Inf. Rgmt. 3. Komp., welcher
am 28. Mai 1918 den Heldentod für das
Vaterland starb; bei Courcelles-le-Comte in Frkr.
erfolgte das Unglück durch Verschüttung
in Folge Einschlag einer Granate, welche
seinem irdischen Leben ein Ende machte. Er
wurde von seinem Vorgesetzten ausgezeichnet mit dem Militärver-
dienstkreuz und mit dem eisernen Kreuz
u. wurde auf dem Militärfriedhof in Favreuil
zur letzten Ruhe bestattet im 28. Lebensjahre.
46 Monate lang hat er in treuer Pflichter-
füllung auf den Schlachtfeldern zugebracht.
Fern von der Heimat und von seinen Lieben
starb er als 2tes Opfer der Familie den Heldentod für das
Vaterland, der liebe gute Sohn seiner trau-
ernden Eltern.
Ein Lieutnant der Reserve u. Kompagnie-
Führer, der gleich den übrigen Militärs den
traurigen Fall bedauerte, drückt sich seiner
Familie gegenüber also aus: "Es obliegt
mir die Aufgabe, Ihnen die traurige
Mitteilung machen zu müssen, daß
Ihr Sohn, Gefreiter Franz Neuhauser der
3ten Kompagnie des bayr. Res. Inf.
Rgmt. N. 7 am 28. Mai 1918 bei Courcelles gefallen ist.
Im Namen der Komp. spreche ich Ihnen zu
diesem herben Verluste mein herzl. Beileid
aus. Neuhauser war ein braver, von
seinen Kameraden allgemein geachteter Sol-
dat, der seinen Dienst bei der Kompagnie mit
Gewissenhaftigkeit erfüllte.
Heute nachmittag um 5U. wurde er auf
dem Militärfriedhof zur letzten Ruhe be-
stattet. Eine Anzahl seiner im Ruhequartier
liegenden Kameraden gab ihm das Geleite.
Die Kompagnie wird Neuhauser als tapferen
Soldaten ein stetes Angedenken bewahren "
und ein Feldgeistlicher fügt diesem noch die Tröstung bei:
"Gott stärke Sie in dieser Prüfung!"
[rechter Rand: Also lauten die Nachrichten aus dem Felde.]
Wenn die hl. Mutter, die Kirche, eines ihrer
Kinder zur ewigen Ruhe bettet, so wiederholt
sie oft den Segensspruch:"O Herr gib ihm
die ewige Ruhe u. das ewige Licht leuchte ihm!"
Wir stehen auf dem geweihten Boden unserer
hl. Kirche u. der selig verstorb. gefallene
Held, hat oft genug dahier seine Gebete zum
himmlischen Herrn emporgesendet und für die
VOR ihm Gefallenen den Segenswunsch
ihnen nachgesendet:"O Herr gib ihnen die
ewige Ruhe u. das ewige Licht leuchte ihnen";
u. nun wird dieser Segenswunsch auch über ihn u. seinen Kriegskameraden ge-
sprochen "O Herr gib ihm die ewige Ruhe!" und wie
sanfter Tau des Himmels
fällt es nieder über die Gefallenen und
sie insgesamt fühlen es, daß der süße Himmelstau über
sie gekommen ist; -u. auch wir rufen ihnen
nach: "O Herr gib ihnen die ewige Ruhe."
Unser lieber verstorbener Mitbruder ist
wohl einer der Besten gewesen, wie es auch
sein Vorgesetzter bestätigte, und ALSO war er
die ganze Zeit seines Lebens einer der Besten,
ein guter Katholik, ein braver Sohn seiner Eltern
u. die Hoffnung ihrer Zukunft, ein tüchtiger
Arbeiter und die Sorge für Haus und Hof.
Sein Leib ruht jetzt weit in der Ferne in
einem stillen Grab bei guten Kameraden,
aber seine Seele ist an jenem Tage, da er
den Heldentod starb, vor den lieben Gott hin-
getreten, und der liebe Gott hat ihn freundl.
angeschaut, weil er so tapfer gewesen ist u.
für das Vaterland so viel gelitten
u. in allem seinem himml. Herrn gedient hat.
Und jetzt ist er wohl im Himmel droben und
breitet von dort her seine Hände schützend über
seine Eltern u. Geschwister aus, daß es ihnen auf
Erden gut gehe und sie nicht zu ihm in den Himmel kommen.
Aber immerhin, ein zerstörender Rauhreif ist
auf sein blühendes Jugendland gefallen;
was er seit Jahren erhofft u. ersehnt hatte,
ist von der erbarmungslosen Hand des Todes
in wenigen Minuten vernichtet worden.
Was kann man den Eltern u. Geschwistern
zum Troste sagen als die Worte:" Darum still!, darum still!,
Füg' ich mich so Gott es will." Der stille Kummer
will nicht von der Seele weichen, auch die Frage
nicht, ob die Söhne, deren jetzt 3 gestorben sind,
im Himmel wieder beisammen sind?-
Wir wissen es nicht, aber wir hoffen es, da sie
alle 3 in der Furcht des Herrn gelebt haben und -
hervorgegangen aus einem christlichen Hause auch
christlich gebetet u. gehandelt haben.
[Seite: In treuer Geduld hat auch die Schwester der
3 Brüder ausgehalten u. hat jetzt wohl auch ihre
3 Brüder wiedergesehen im himml. Vaterland.]
Das Buch
der Weisheit sagt uns: "Die Seelen der Gerechten
sind in Gotteshand u. das Todes Pein berührt sie
nicht.- Wenn sie auch von den Menschen Qual
erduldet haben, so ist doch ihm Hoffnung voll Un-
sterblichkeit. Wie Gold im Feuerofen hat er sie
erprobt u. wie ein Brandopfer aufgenommen.
Und wenn sie auch noch einige geringere Sünden
an der Seele haben, so wollen wir ihnen zu Hilfe [kommen]
durch das christl. Gebet, durch das hl. Meßopfer, durch gute Werke
das jetzt für sie dargebracht wird, u. wollen
ihnen zu Hilfe kommen auch durch den frommen christl.
Ruf, den wir ihnen in die Ewigkeit nach
schicken:"O Herr, gib ihnen die Ewige Ruhe u.
das ewige Licht leuchte ihnen!
AMEN!
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